17.08.2026
Verkäufer in Köln zahlen typischerweise 1,5 bis 5 Prozent des Verkaufspreises an Kosten. Der größte Posten ist die Maklerprovision (in Köln üblich 3,57 % inkl. MwSt. für die Verkäuferseite bei geteilter Provision), gefolgt von der Löschung der Grundschuld (ca. 0,2–0,4 % der eingetragenen Grundschuld), dem Energieausweis (50–600 €) und Unterlagenbeschaffung. Dazu können Vorfälligkeitsentschädigung und Spekulationssteuer treten – die beiden Posten, die einen Verkauf wirtschaftlich kippen können.
1. Maklerprovision – und was Sie dafür bekommen
In Köln liegt die geteilte Provision üblicherweise bei 3,57 % inkl. MwSt. je Seite. Rechtlicher Rahmen sind die §§ 656a–656d BGB (Textform des Maklervertrags, Halbteilung bei Doppeltätigkeit, Käuferanteil höchstens in Höhe des Verkäuferanteils, Fälligkeit beim Käufer erst nach Zahlungsnachweis des Verkäufers).
Die relevante Frage ist nicht die Prozentzahl, sondern der Netto-Erlös. Rechnen Sie zwei Szenarien:
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Privatverkauf: Angebotspreis, den Sie selbst ansetzen, minus Preisnachlässe in der Verhandlung, minus Vermarktungskosten (Fotos, Inserate, Energieausweis, Zeit), minus Risiko eines Fehlpreises und einer langen Vermarktungsdauer.
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Verkauf mit Makler: erzielter Preis minus Provision.
Was Sie beim Maklervertrag prüfen sollten: Laufzeit und Verlängerung, Umfang der Leistungen (Bewertung, professionelle Fotos, Grundrisse, Unterlagenbeschaffung, Bonitätsprüfung der Interessenten, Begleitung zum Notar), Provisionshöhe und Verteilung, Kündigungsregelung, Reservierungsgebühren (in der Regel unwirksam bzw. eng begrenzt), Nachwirkungsklauseln.
2. Löschung der Grundschuld – der unterschätzte Posten
Ist Ihre Immobilie noch mit einer Grundschuld belastet, muss diese im Zuge des Verkaufs gelöscht werden – auch dann, wenn das Darlehen längst zurückgezahlt ist. Es fallen an:
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Notargebühr für die Beurkundung/Beglaubigung der Löschungsbewilligung bzw. den Vollzug,
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Grundbuchgebühr des Amtsgerichts Köln für die Löschung,
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ggf. Bankgebühr für die Ausstellung der Löschungsunterlagen bzw. treuhänderische Abwicklung.
Größenordnung: rund 0,2–0,4 % des eingetragenen Grundschuldbetrags. Bei einer Grundschuld von 300.000 € also etwa 600–1.200 €. Achtung: Maßgeblich ist der eingetragene Nominalbetrag, nicht die Restschuld. Eine alte Grundschuld über 400.000 € kostet Löschungsgebühren, auch wenn nur noch 20.000 € offen sind.
Spartipp aus der Praxis: Wenn der Käufer die Grundschuld übernehmen kann und will (Abtretung statt Löschung/Neubestellung), sparen beide Seiten Gebühren. Das setzt voraus, dass Betrag, Rang und Gläubigerbank passen – klären Sie das früh mit Notar und Bank, nicht erst zwei Wochen vor dem Termin.
3. Energieausweis: Pflicht, nicht Option
Nach dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) müssen Sie beim Verkauf einen gültigen Energieausweis spätestens bei der Besichtigung unaufgefordert vorlegen und dem Käufer nach Abschluss übergeben. Zudem sind in Immobilienanzeigen Pflichtangaben zu machen: Art des Ausweises, Endenergiebedarf bzw. -verbrauch, wesentlicher Energieträger der Heizung, Baujahr und Energieeffizienzklasse. Verstöße sind Ordnungswidrigkeiten mit Bußgeldern von bis zu 10.000 €.
| Kriterium | Verbrauchsausweis | Bedarfsausweis |
|---|---|---|
| Grundlage | Verbrauchsdaten der letzten 3 Jahre | bauliche Analyse des Gebäudes |
| Kosten | ca. 50–150 € | ca. 300–600 €, mit Ortstermin mehr |
| Zulässig | nur bei bestimmten Gebäuden (u. a. ab 5 Wohneinheiten oder Baujahr/Sanierungsstand nach WSchVO 1977) | immer |
| Gültigkeit | 10 Jahre | 10 Jahre |
Praxishinweis für Kölner Altbauten: Ein Bedarfsausweis kostet mehr, liefert aber Modernisierungsempfehlungen und einen erklärbaren Kontext. Bei einem unsanierten Gründerzeithaus mit schlechter Verbrauchskennzahl ist ein qualifizierter Ausweis mit Sanierungsplan im Verkaufsgespräch oft mehr wert als der Preisunterschied.
4. Unterlagen: kleine Beträge, große Wirkung
Warum das mehr als eine Formalie ist: Fehlende Unterlagen sind in unserer Erfahrung der häufigste Grund für Verzögerungen von vier bis zwölf Wochen. Käuferbanken finanzieren nicht ohne Wohnflächennachweis, Grundriss und Grundbuchauszug. Und jede Verzögerung erhöht das Risiko, dass ein Interessent abspringt.
5. Vorfälligkeitsentschädigung
Wenn Sie ein laufendes Darlehen mit Zinsbindung vorzeitig ablösen, kann die Bank eine Vorfälligkeitsentschädigung verlangen. In der Vergangenheit lagen die Beträge häufig zwischen 1 und 10 % der Restschuld – im Zinsumfeld der Jahre 2025/2026 ist der Betrag bei älteren, niedrig verzinsten Darlehen dagegen oft klein oder rechnerisch null. → Ausführlich in unserem Artikel: Fällt beim Hausverkauf in Köln eine Vorfälligkeitsentschädigung an?
6. Spekulationssteuer
Bei Verkauf innerhalb von zehn Jahren nach Anschaffung ohne Eigennutzungsprivileg der finanziell größte Einzelposten. → Ausführlich in unserem Artikel: Wann muss ich in Köln Spekulationssteuer zahlen?
7. Weitere Posten, die häufig fehlen
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Renovierung und Aufbereitung: Malerarbeiten, Bodenbeläge, kleine Reparaturen. Selektiv sinnvoll – nicht jede Investition kommt im Preis zurück. Was sich in Köln in der Regel rechnet: Wände weiß, Fugen erneuert, Sanitär gereinigt, Kellerentrümpelung, Beleuchtung.
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Entrümpelung und Haushaltsauflösung: bei Nachlassimmobilien in Köln typischerweise ein vierstelliger Betrag – abhängig von Volumen, Etage, Aufzug und Zufahrt. In engen Kölner Altbaustraßen kommen Halteverbotszonen als Kostenpunkt hinzu.
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Home Staging / professionelle Fotos / Drohnen- und 360°-Aufnahmen: bei uns Teil der Vermarktungsleistung, beim Privatverkauf ein eigener Posten.
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Laufende Kosten bis zum Besitzübergang: Grundsteuer, Wohngebäudeversicherung, Hausgeld, Erbbauzins, Strom/Heizung bei Leerstand.
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Rechtsanwalt / Steuerberater: bei Erbengemeinschaften, Scheidung, Mietstreitigkeiten oder komplexer Vertragsgestaltung.
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Räumungs- und Mietrechtsthemen: Wird eine vermietete Wohnung frei verkauft, entstehen ggf. Kosten für eine einvernehmliche Beendigung des Mietverhältnisses. Beachten Sie: In Köln gilt ein angespannter Wohnungsmarkt mit verlängerten Kündigungssperrfristen nach Umwandlung – lassen Sie das vor jeder Zusage an einen Käufer prüfen.
Beispielrechnung: Eigentumswohnung Köln, 460.000 €
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Position |
Betrag |
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Maklerprovision Verkäuferanteil 3,57 % |
16.422 € |
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Löschung Grundschuld (Nominal 280.000 €) |
ca. 900 € |
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Energieausweis (Bedarfsausweis) |
450 € |
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Unterlagen (Grundbuch, Flurkarte, WEG-Unterlagen) |
220 € |
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Wohnflächenberechnung |
350 € |
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Kleinreparaturen und Aufbereitung |
2.500 € |
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Vorfälligkeitsentschädigung (Beispielannahme) |
1.800 € |
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Kosten gesamt (ohne Steuer) |
ca. 22.642 € = 4,9 % |
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Netto-Erlös vor Steuer |
ca. 437.358 € |
Fällt zusätzlich Spekulationssteuer an, ändert sich das Bild grundlegend – daher gehört die steuerliche Prüfung an den Anfang des Verkaufsprozesses, nicht ans Ende.
Wo Sie sinnvoll sparen – und wo nicht
Sinnvoll:
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Grundschuld vom Käufer übernehmen lassen statt löschen und neu bestellen.
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Vertragsentwurf vollständig abstimmen, bevor beurkundet wird (Nachträge kosten neue Notargebühren).
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Unterlagen selbst frühzeitig beschaffen, statt sie unter Zeitdruck teuer nachzuziehen.
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Verkaufszeitpunkt an Zinsbindungsende und Spekulationsfrist ausrichten.
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Verbrauchsausweis nutzen, wo er zulässig und aussagekräftig ist.
Nicht sinnvoll:
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Am Energieausweis vorbei – das ist bußgeldbewehrt und ein Angriffspunkt im Kaufvertrag.
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Verschweigen von Mängeln. Arglistig verschwiegene Mängel führen zur Haftung trotz Gewährleistungsausschluss – und zwar über Jahre.
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Sanierungsstau kosmetisch überdecken. Käufergutachter und Banken finden ihn.
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Der günstigste Makler ohne Kölner Marktdaten. Ein um 3 % zu niedrig angesetzter Preis kostet bei 500.000 € mehr als die gesamte Provisionsdifferenz.
Unsere Einschätzung aus der Kölner Praxis
Die kleinen Posten sind harmlos — Energieausweis, Unterlagen und Grundschuldlöschung summieren sich bei einem durchschnittlichen Objekt auf einen niedrigen vierstelligen Betrag. Was uns in Verkaufsgesprächen regelmäßig begegnet, ist die Konzentration auf genau diese kleinen Posten, während die zwei großen ungeprüft bleiben: Vorfälligkeitsentschädigung und Spekulationssteuer. Beide können fünfstellig werden, beide lassen sich vorab beziffern. Der teuerste Posten steht aber in keiner Kostenaufstellung, weil er kein Kostenposten ist, sondern ein entgangener Erlös: Eine Untersuchung des Instituts Innovatives Bauen auf Grundlage von Daten der Kreissparkasse Köln zeigt, dass ein Angebotspreis mit zwanzig Prozent Aufschlag die Vermarktung auf rund dreizehn Monate zieht — und am Ende nur 85 Prozent des Werts einbringt. Gemessen daran sind sämtliche Nebenposten Rundungsfehler.
FAQ
Die Kosten des Kaufvertrags trägt üblicherweise der Käufer. Der Verkäufer zahlt die Notar- und Grundbuchkosten, die auf die Löschung seiner Grundpfandrechte entfallen. Rechtlich haften beide Vertragsparteien gegenüber dem Notar als Gesamtschuldner; die Verteilung regelt der Vertrag.
Ohne Steuer meist 1,5–5 % des Kaufpreises, abhängig davon, ob eine Maklerprovision und eine Vorfälligkeitsentschädigung anfallen.
Bei einem steuerpflichtigen Verkauf innerhalb der Zehnjahresfrist mindern Veräußerungskosten den Gewinn. Bei einem steuerfreien Verkauf sind sie steuerlich unbeachtlich. Sammeln Sie in jedem Fall alle Belege.
Steuerschuldner gegenüber der Stadt Köln bleibt derjenige, der zum 1. Januar Eigentümer war. Im Kaufvertrag wird üblicherweise eine anteilige Erstattung ab Besitzübergang vereinbart.
Nach unserer Erfahrung von der Unterlagenaufnahme bis zur Beurkundung häufig 8–16 Wochen, bei gut vorbereiteten und marktgerecht bepreisten Objekten schneller. Bis zur Kaufpreiszahlung kommen weitere 4–8 Wochen hinzu.
Über den Autor
Hakan Citak ist Immobilienmakler in Köln-Nippes und Inhaber von Citak Immobilien e.K., Yorckstraße 12. Er begann 1991 als Zimmerer auf dem Bau, studierte anschließend Architektur und Immobilienökonomie und machte sich 2008 als Makler selbstständig. Seither hat er über 630 Eigentümer bis zum Verkauf ihrer Immobilie begleitet – überwiegend im Kölner Norden sowie im Großraum Köln, Bonn und Düsseldorf. Citak Immobilien wurde unter anderem von Bellevue als Best Property Agent ausgezeichnet.
Quellen
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§§ 656a bis 656d BGB, Maklerrecht beim Kauf von Wohnungen und Einfamilienhäusern
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Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG), Kosten der Grundschuldlöschung
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Stadt Köln: Amt für Liegenschaften, Vermessung und Kataster sowie Bauaufsichtsamt
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